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Stereotype

  • Stereotype sind Schablonen, durch die wir Menschen sehen und bewerten
  • Vorurteile sind Stereotype mit negativer Bewertung
  • durch Einordnung und Abgrenzung von Gruppen definieren wir unseren Selbstwert
  • Kinder lernen Stereotype von ihrer Umwelt bewusst und unbewusst
  • Stereotype schränken das Entwicklungspotenzial von Kindern ein
  • Happy Jona hilft Eltern, aus dem Stereotype-Kreislauf auszubrechen
Themenüberblick:
Was sind Stereotypen
Stereotyp und Vorurteil
Stereotyp und Selbstwert
Wirkung von Stereotypen auf Kinder
Happy Jona

Was sind Stereotype?

Die Herkunft des Wortes ´Stereotyp´ liegt im französischen Buchdruck. Hier bezeichnete es den Druck mit feststehenden Schrifttypen1. Es handelte sich also um eine Art Vorlage.

Auch in der sozialpsychologischen Nutzung des Begriffes könnte man sagen, Stereotypen sind Schablonen, durch die wir Menschen sehen und bewerten. Ein einzelnes Merkmal, wie Geschlecht, sozioökonomischer oder ethnischer Hintergrund, Alter oder auch Beruf bestimmen die Gruppe, der wir ein Individuum zuordnen. Stereotypen dieser Gruppen formen ein Gesamtbild. Anstatt uns ein individuelles Bild von einer Person zu machen, ziehen wir dieses Gesamtbild heran. Dieser Prozess ist unbewusst. Wir bemerken ihn gar nicht. Unsere Meinung und Erwartung ist einfach geformt. Unter ihnen verbergen sich jede Menge Vorurteile, da sie nicht auf Fakten beruhen.

Stereotype sind dadurch gekennzeichnet, dass sie von einem großen Teil der Bevölkerung geteilt werden. Das bestätigt den Einzelnen in seinen Überzeugungen. So eine ´Schablone´ formt sich langsam und nachhaltig. In der Regel entstehen Stereotype nicht aus dem Nichts, sondern greifen vorhandenes Verhaltenspotential auf und überformen es2.

Stereotyp und Selbstwert

Nun gibt es nicht nur fremde Gruppen. Wir fühlen uns selbst einigen Gruppen zugehörig und grenzen uns von anderen ab. Wir identifizieren und mit Eigenschaften der Gruppen, denen wir angehören. Wenn wir den Stereotypen Glauben schenken, identifizieren wir uns auch mit ihnen. So definieren wir unser Selbstbild und geben Stereotypen einen relevanten Einfluss auf unseren Selbstwert. Mit der eigenen Gruppe verbinden wir gerne positive Eigenschaften und erhöhen so unseren Selbstwert. Allerdings erhöhen wir unseren Selbstwert auch, indem wir andere Gruppen negativ beurteilen. Das stellt eine Motivation zur Abwertung anderer Gruppen dar.

Reality TV Shows setzten in der Regel genau auf diese Instinkte. Der Zuschauer verurteilt die Darsteller, fühlt sich erhaben und besser als sie. Somit kann er seinen eigenen Selbstwert für den Moment stärken. Vor allem Menschen mit geringerem Selbstwert opfern ihre kostbare Freizeit für dieses kurzfristige, angenehme Gefühl. Ein anderes Beispiel ist das Verhalten einiger Republikaner der USA. Sie spielen Ereignisse herunter, die gegen ihre eigenen Werte verstoßen und man fragt sich, warum sie das tun. Ein Faktor ist vermutlich, dass sie Vorwürfe gegen den Präsidenten nicht als Resultat des Verhaltens eines Individuums verstehen. Sie werten negatives Feedback als Angriff gegen ihre Partei und somit auf ihren persönlichen Selbstwert. Das würde zumindest erklären, warum sie verhalten nicht nur akzeptieren, sondern rechtfertigen, welches gegen ihre eigenen Werte verstößt.

Stereotyp und Vorurteil

Stereotype beeinflussen also Erwartungen und Bewertungen und somit unser Verhalten gegenüber Personengruppen. Dabei können die Stereotypen positiv, negativ oder auch wertneutral sein.

Nun tendieren Menschen dazu, die eigene Gruppe auf- und fremde Gruppen abzuwerten3. Ein Vorurteil ist eine negative Einstellung gegenüber allen oder den meisten Mitgliedern einer Gruppe, die auf Stereotypen und Ansichten über die Mitglieder dieser Gruppe basiert4. Wir neigen also dazu, Vorurteile gegenüber fremden Gruppe aufzubauen. Es springt die Lösung ins Gesicht, dafür zu sorgen, dass Gruppen nicht fremd bleiben.

Wenn Stereotype samt ihrer Vorurteile nun weit verbreitet sind, bedeutet das für die betroffenen Personengruppen, dass sie ständig mit den gleichen, ihnen auferlegten Stereotypen konfrontiert werden. Man sagt umgangssprachlich auch, “Man wird in eine Schublade gesteckt”. In Folge sind die Möglichkeiten einer Person beeinflusst. Wenn beispielsweise jeder davon ausgeht, dass Deine Kochkünste zu wünschen übrig lassen, wirst Du wenige Möglichkeiten finden, für andere zu kochen. An dieser Stelle kommen wir auf das Thema der Diskriminierung, welches wir extra behandeln wollen » hier.

Wirkung von Stereotypen auf Kinder

Kinder versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden. Sie sind auf Hilfe angewiesen und abhängig von den Signalen ihrer Umwelt. Also versuchen sie schnellstmöglich zu lernen, was für sie angemessen ist und was nicht. Sie saugen jede Detailinformation auf und bauen daraus ein Netzwerk an Informationen. Sobald sich Muster für sie ergeben, bauen kleine Kinder zunächst sehr starre Stereotypen auf. Erst in einem Alter ab sieben Jahren erreichen Kinder eine kognitive Leistungsfähigkeit, die es ihnen ermöglicht, flexiblere Ansichten zu formen5.

Die bestehenden Stereotype beeinflussen die weitere Wahrnehmung des Kindes. Passende, neue Informationen versteht das Kind als Bestätigung. Informationen, die nicht zu den erlernten Stereotypen passen, werden gerne mal ignoriert oder gering gewichtet.

Stereotype haben sich teils fest in der Welt etabliert und finden sich unter anderem im Selbstbild der Eltern wieder. Diese geben ihre Stereotype teils bewusst, teils unbewusst an ihre Kinder weiter.

→ bewusst

Vor allem Stereotype, von denen Eltern überzeugt sind, geben sie an ihre Kinder weiter. So wird zum Beispiel Jungen vieles verboten, weil es “was für Mädchen” sei. Wenn man Kinder aus einer Gruppe ausgrenzt, muss man sich dem Effekt der Abwertung bewusst sein.

→ unbewusst

Unbewusst lebt man den Kindern als Vorbild etwas vor. Kinder bemerken, wenn sich ihre Eltern unterschiedlich gegenüber Menschen benehmen. Wenn sie ein Muster erkennen (bei jeder Person mit Merkmal X ist Papa eher zurückhaltend), übernehmen sie über die Zeit Stereotype samt Bewertung gegenüber der Personengruppe. Unbewusst ist vielen Eltern auch, dass sie ihren Kindern bestimmte Interessen und Talente unterstellen sowie stereotypische Erwartungshaltungen an sie haben.

Desto restriktiver Erwartungshaltungen an ein Kind sind, desto mehr ist dessen Entwicklungspotenzial eingeschränkt. Das Kind hat dann wenig Platz, seine wahren Interessen und Talente herauszufinden und zu trainieren. Die letztendliche Konsequenz ist, dass wir das Potenzial unserer Gesellschaft einschränken.

Happy Jona

Happy Jona hilft Eltern, den negativen Einfluss von Stereotypen aufzubrechen und so ihren Kindern eine offenere und bessere Zukunft zu bieten:

  1. Wissen aufbauen
  2. Selbstreflexion ausüben
  3. bewusst handeln
  4. Stereotype korrigieren => Kreislauf brechen

Wir gehen durch alle Studien der Welt und bereiten das Wissen für Eltern auf – leicht verständlich, schnell zu und kostenlos zu konsumieren. Wissen ist Macht! Erst, wenn man sich selbst ein Bild von allen Zusammenhängen gemacht hat, kann man den eigenen Stereotypen auf die Schliche zu kommen. Anschließend geht man automatisch in die Phase der Selbstreflexion und beginnt, bewusster zu handeln.

Man kann nicht sämtliche Einflüsse auf die Kinder kontrollieren. Eltern können aber vor allem bewusst mit ihren Kindern über Erfahrungen und Einschätzungen sprechen und sie neuen Erfahrungen aussetzen, die ihre Weltanschauung erweitert. Um einfach Produkte zu finden, die Deinen Kindern die wichtigen Werte vermittelt, schau in den Happy Jona Shop!

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Geschlechtsstereotype - Happy Jona

Quellen:

  1. duden.de Abruf 9.7.2019
  2. Bischof-Köhler “Von Natur aus anders” 2006, S. 340Esses, Haddock & Zanna, 1993
  3. Esses, Haddock & Zanna, 1993
  4. Hippel, Sekaquaptewa & Vargas, 1995
  5. Bernd Six „Stereotype in der Sozialpsychologie“ 2016, S. 87