Tipps: Empathie lernen

8 Tipps: Wie fördere ich die Empathie meines Kindes?

Überblick:
Warum ist Empathie wichtig?
Tipp 1: Viel Interaktion
2: Babys imitieren
3: Gefühle der Mitmenschen erklären
4: Vollgas im Schulalter
5: Über Gefühle sprechen
6: Vorurteilsfreies Interesse
7: Zeit nehmen
8: Geschichten erzählen

Warum ist Empathie wichtig?

1) Empathie ist der Grundstein für glückliche, nachhaltige Beziehungen

Die meisten Menschen sehnen sich nach einer tiefen Verbundenheit, aber nur die Wenigsten sind in der Lage, eine solche aufzubauen. Um sich aufrichtig mit einer anderen Person zu freuen oder ihre Trauer zu teilen, braucht es eine hohe Bereitschaft, den Partner zu verstehen und das eigene Ego zurückzustellen. Durch Empathie können wir die Gefühle unserer Partnerin/ unseres Partners nicht nur nachvollziehen, sondern sogar teilen.

Empathie

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Empathie ist aber nicht nur ein ausschlaggebender Faktor in der Liebe zum Partner, sondern trägt zur Qualität jeder einzelnen Beziehung bei. Freundschaften, wie auch Geschäftsbeziehungen verlangen Kompromisse, die gehalten werden. Desto besser wir andere Perspektiven nachempfinden können, umso bessere Lösungen können wir finden. Wenn sich das Gegenüber verstanden fühlt, kann das oftmals bereits Probleme lösen und vorbeugen.

Gleiches gilt für das Leben in einer Gesellschaft vieler verschiedener Perspektiven. Gegen etwas zu sein, ist einfach, bringt uns aber nur selten voran. Hilfreich ist der Wille, sich tiefer mit Positionen von Leuten auseinanderzusetzen und ihren Gesichtspunkt zu verstehen und nachempfinden zu können. Mit dieser Fähigkeit sind wir in der Lage, einen zufrieden stellenden Kompromiss zu finden. 

2) Empathie bildet und festigt unsere Moral

Es gibt zwei Gründe für moralisches Handeln:

  • Angst vor Strafe
  • Verständnis für das Leid, welches jemandem entsteht (Empathie)

Personen, die häufig aufgrund von Empathie moralisch handeln, internalisieren eine entsprechend moralische Haltung. Einige Studienergebnisse sprechen dafür, dass Männer eher aus Angst vor Strafe und Frauen aus Empathie moralisch handeln. Vermutlich sind diese Tendenzen nicht angeboren, sondern erlernt.

Moralischer Kompass

Unser moralischer Kompass – wie kommen wir zu ihm?

Und damit sind wir auch bei der guten Nachricht: Empathie ist gelernt! Die Fähigkeit für Empathie ist nur zu 10 Prozent genetisch bedingt und hauptsächliche durch soziale Einflussfaktoren besonders in der Kindheit bestimmt. Im Umkehrschluss: Du kannst Deinem Kind Empathie beibringen.

Tipp 1) Viel Interaktion

  • Interagiere viel mit Deinem Kind und lass Dich nicht entmutigen, wenn es anfänglich noch nicht sehr viel Interesse signalisiert
  • Wenn Du mehrere Kinder hast, achte darauf, mit jedem einzelnen Kind ab und zu Zeit allein einzuplanen

2) Babys imitieren

  • Spiele Deinem Baby die Gesichtsausdrücke zurück, die es Dir entgegenbringt
  • Studien zeigen, dass Eltern Jungen weniger imitieren, um sie nicht zum weinen zu bringen. Jungen sind am Anfang ihres Lebens emotional unstabiler und weinen deswegen mehr. Umso mehr Hilfe brauchen sie, mit ihren Emotionen umzugehen

3) Gefühle der Mitmenschen erklären

  • Kinder sehen die Welt nur aus ihrer Perspektive und müssen erst lernen, dass andere Menschen etwas ganz anderes denken und fühlen als sie selbst. Du kannst Deinem Kind helfen, indem ihr über die Gedanken und Gefühle anderer sprecht. Besonders wenn Dein Kind einem anderen Schaden zugefügt hat, solltet ihr darüber reden, wie sich das andere Kind fühlt.
  • “Das tut dem anderen Kind genauso weh, wie es Dir wehtut, wenn Du einen Ball abbekommst.”
  • “Wenn Du gemeine Dinge sagst, macht mich das traurig weil…”

4) Vollgas im Schulalter

  • Wenn das Training vor dem Schulalter Deines Kindes noch keine Früchte trägt, lass Dich nicht demotivieren. Mit Schulalter erlangen Kinder die kognitive Beweglichkeit, um sich einfacher in andere Menschen hineinversetzen zu können. Sie werden auch eure Übungen und Gespräche von zuvor besser verstehen.

5) Sprich über Gefühle

  • Sprich mit Deinem Kind über seine Gefühle – alleine schon, um nicht nur physische, sondern auch emotionalen Bedürfnisse des Kindes erfüllen zu können und um es besser kennenzulernen.
  • Kinder lernen dabei nicht nur, Gefühle auszudrücken, sondern sich derer überhaupt bewusst zu werden und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Es lernt, die eigenen Gefühle zu verstehen und damit umzugehen. Schließlich ist es nicht gerade einfach, selbst zu wissen, warum man gerade wütend ist, oder auch fröhlich. 
  • Wenn Kinder Gefühle formulieren können, ist zudem eine wichtige Voraussetzung geschaffen, Gefühle anderer berücksichtigen und Konflikte verbal lösen zu können.
  • Frag beim Abendessen oder auf dem Weg nach Hause beispielsweise: „Was war der beste und schlimmste Teil Deines Tags?“ oder „Hast Du heute etwas Nettes für jemanden getan oder hat jemand etwas Nettes für Dich getan? … Wie hat sich das angefühlt?“1

6) Vorurteilsfreies Interesse

  • Genieße das Geschenk, nicht zu allem eine Meinung haben zu müssen und teile Deine Meinung in Maßen statt in Masse, wenn nicht danach gefragt wird. Wenn Dein Kind Kommentare häufig als wertend wahrnimmt, wird es weniger offen sein, ihre/ seine Gedanken zu teilen
  • Wenn es über ihr/ sein neues Hobby erzählt, versuche darin eine Chance zu sehen, Dein Kind besser kennenzulernen. Achte während der Konversation darauf, wieviele Fragen Du stellst im Vergleich zu Kommentaren, die Du (unbewusst) machst
  • Ein Kind, welches sich in seiner Individualität respektiert fühlt, teilt offener seine Gedanken und Gefühle
  • Im schlimmsten Fall sieht ein Kind die Notwendigkeit, permanent seinen eigenen Selbstwert zu schützen. In diesem Fall hat es keine Kapazität mehr übrig, Gefühle anderer Menschen zu berücksichtigen.

7) Bewusst Zeit nehmen

  • Manchmal scheitern Gespräche über Gefühle an fehlenden Gelegenheiten. Schaffe feste, regelmäßige Zeiten, zu denen ihr euch gegenseitig volle Aufmerksamkeit schenkt. Ein Ort der Ruhe und des Vertrauens. Diese Termine sind heilig und fester Grundpfeiler eurer Beziehung. Behandle sie mit entsprechender Priorität und halte sie konsequent ein. Es wird nicht jedes Mal das Gespräch eures Lebens stattfinden. Aber immer wenn Dein Kind etwas auf dem Herzen hat, weiß es, das ist der Platz, darüber zu sprechen.

8) Erzähle Geschichten

  • Das nächstbeste nach eigenen Erfahrungen sind nachvollziehbare, detaillierte Geschichten anderer Menschen.
  • Desto mehr individuelle Lebensgeschichten und einzigartige Erfahrungen Kinder kennen, umso mehr können sie sich in die Lage anderer hineinversetzen. Sie bauen außerdem ein höheres Verständnis sowie mehr Akzeptanz und Wertschätzung für andere Menschen auf.

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Quellen:

1: businessinsider.de Abruf 01.08.2019